Vortrags- und Veranstaltungsangebote
Aktuell bieten wir zu folgenden Themen Vorträge und Veranstaltungen an, die Sie gerne bei uns anfragen können, um einen Termin vor Ort in Ihrer Gemeinde zu vereinbaren:
Bürgerbegehren und Bürgerentscheid – wie geht das?
Auf der kommunalen Ebene gibt es in allen Bundesländern die Möglichkeit von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden. Damit kann z.B. ein umstrittener Gemeinderatsbeschluss einem Bürgervotum unterzogen und so verbindlich korrigiert werden. Doch das Verfahren ist in Baden-Württemberg besonders hürdenreich geregelt. Es bedarf dazu nicht nur einer Unterschriftensammlung, sondern zahlreiche formal-bürokratische Stolpersteine sind zu meistern. Der Vortrag gibt einen Einblick in die tägliche Beratungsarbeit von Mehr Demokratie e.V., wie ein Bürgerbegehren bzw. ein Bürgerentscheid erfolgreich durchgeführt werden kann. Was ist dazu in welcher Reihenfolge zu tun? Entscheidend ist dabei auch, die regulären Arbeitsabläufe und Denklogiken innerhalb von Kommunalverwaltungen und Bürgerinitiativen zu verstehen und wechselseitig zu akzeptieren. Welche Faktoren tragen dazu bei, um bei einem Bürgerbegehren oder Bürgerentscheid letztlich erfolgreich zu sein und den Prozess zu einer Sternstunde der Demokratie für die Gemeinde werden zu lassen?
Wann gibt es bundesweite Volksentscheide?
Blockaden und Notwendigkeiten zur Wiedergewinnung des Vertrauens in die Demokratie
Der Bundesvorsitzende von Mehr Demokratie e.V., Ralf-Uwe Beck, hat im März 2026 ein neues Buch veröffentlicht: „Souverän – Plädoyer für mehr direkte Demokratie“. 1989 war er als Bürgerrechtler an der friedlichen Revolution in der DDR beteiligt, die zum Untergang des SED-Regimes führte. Doch der weitere Verlauf des Prozesses der Wiedervereinigung wurde von vielen Menschen in Ostdeutschland als Entmündigung erlebt. Bis heute führte das in den ostdeutschen Bundesländern zu deutlich niedrigeren Vertrauenswerten in das politische System als in Westdeutschland, und auch zu grundlegend anderen Ergebnissen bei Wahlen. Das in § 146 des Grundgesetzes verankerte Versprechen, „nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands“ eine gemeinsame Verfassung durch eine Volksabstimmung zu beschließen, wurde nicht eingelöst. Auch die § 20 Absatz 2 des Grundgesetzes garantierte allgemeine Möglichkeit von Volksabstimmungen zu Sachfragen wurde auf der Bundesebene real nicht eingeführt und bleibt bis heute ein unerfülltes Versprechen. In seinem Vortrag zum Buch zeigt Ralf-Uwe Beck auf, welche parteipolitischen Blockaden und welche Vorurteile zu direktdemokratischen Verfahren zu dieser Entwicklung führten. Er legt dar, warum heute die Einführung von Volksabstimmungen zu Sachfragen der Bundespolitik dringender denn je ist, um das mittlerweile auch im Westen immer weiter schwindende Vertrauen in politische Prozesse wiederherzustellen und autoritär-populistischen Bewegungen die Grundlage zu entziehen.
Die autoritäre Bedrohung der Demokratie – und was man dagegen tun sollte
Die Demokratie steht heute global und auch in Deutschland an einem entscheidenden Wendepunkt. Immer mehr Menschen verlieren das Vertrauen in politische Prozesse, während mächtige autoritäre Akteure weltweit – auch in Europa – versuchen, demokratische Strukturen zu schwächen. Demokratische Grundwerte geraten ins Wanken, und die Frage nach der Zukunft unserer politischen Ordnung wird drängender denn je. Das bloße Verteidigen des Status quo reicht nicht mehr aus. Die Demokratie braucht ein Update – ein inspirierendes Zukunftsbild, das Orientierung gibt und Kraft stiftet. Der Vortrag leuchtet die Ursachen der aktuellen Krise der Demokratie anhand empirischer Studien aus. Und er diskutiert, welchen Beitrag eine Stärkung von Möglichkeiten des direktdemokratischen Mitentscheidens leisten kann, um ein Abdriften in autoritäre Regime zu vermeiden.
Sprechen & Zuhören
Ein Gesprächsformat zum Verstehen auch von politisch Andersdenkenden
Das von Mehr Demokratie e.V. entwickelte Gesprächsformat Sprechen & Zuhören zielt darauf ab, in Kleingruppen das gegenseitige Zuhören zu üben, selbst wenn divergierende politische Positionen formuliert werden. Denn wichtig für das Funktionieren einer Demokratie ist einerseits ein zivilisiertes Aushandeln um politische Ausrichtungen, andererseits aber auch eine Bereitschaft, Andersdenkenden ernsthaft zuzuhören und ihre Problemwahrnehmung und Motivation zu verstehen zu versuchen. Wir bieten an, derartige Gesprächsabende zu moderieren und besprechen im Vorfeld mit Ihnen, welches Thema sich am besten eignet.

