2025 war in Baden-Württemberg das Jahr der Windkraft-Bürgerentscheide. Von insgesamt 29 durchgeführten Bürgerentscheiden zu verschiedenen Themen betrafen 16 die Standorte von Windkraftanlagen. In 69 % der Fälle (11 von 16) konnten sich die Gegner der Windkraft-Projekte dabei nicht durchsetzen, bei einer im Regelfall hohen durchschnittlichen Abstimmungsbeteiligung von durchschnittlich 55 %. Die letzten beiden Windkraft-Bürgerentscheide dieses Jahres fanden am Sonntag (14.12.) in Bruchsal und Eschelbronn statt. Beide gingen zugunsten der Windkraft-Projekte aus. Insgesamt zeigt dies die nach wie vor überwiegend positive Grundstimmung in der Bevölkerung gegenüber der Windenergie.
„Die Welle der Windkraft-Bürgerentscheide ist jetzt vorbei“, sagt Edgar Wunder von der Beratungsstelle Bürgerbegehren von Mehr Demokratie e.V. in Stuttgart. Unter den derzeit 23 laufenden Bürgerbegehren landesweit sei kein einziges mehr zur Windkraft. Weil Bürgerentscheide fast immer mit langem Vorlauf durch Bürgerbegehren entstehen, stehe schon jetzt fest: 2026 wird es deutlich weniger Windkraft-Bürgerentscheide geben als im zurückliegenden Jahr.
Ausgelöst wurde die Welle 2025 durch zahlreiche neue Windenergie-Vorranggebiete, die die Regionalverbände ausgewiesen hatten. Dadurch war die Zahl der beantragten Windkraft-Anlagen im ersten Halbjahr 2025 etwa zwanzig Mal so hoch wie in den beiden Halbjahren zuvor. Die Zahl der Windkraft-Bürgerscheide hat sich von 2024 auf 2025 allerdings nicht verzwanzigfacht, sondern nur verdoppelt (von 8 auf 16). Dies bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, dass es bei einem geplanten Windkraft-Projekt zu einem Bürgerentscheid kommt, hat sich im Jahr 2025 deutlich verringert, auf nur noch ein Zehntel des Wertes des Vorjahres.
Die hohe Zahl der Windkraft-Bürgerentscheide im zurückliegenden Jahr war eine erfreuliche Entwicklung, meint Edgar Wunder: „Die Energiewende ist ein zentrales politisches Thema. Hier müssen Bürgerinnen und Bürger unmittelbar mitbestimmen können. Das unterscheidet eine lebendige Demokratie von einem obrigkeitsstaatlichen System“, so Wunder.
Die letzten „Nachzügler“ der Welle der Windkraft-Bürgerentscheide wird es am Tag der Landtagswahl (8. März) geben. Elf Gemeinden koppeln dann Bürgerentscheide zu verschiedenen Themen mit der Wahl, darunter vier zu Windkraft-Projekten. Danach wird das Thema in der Bürgerentscheids-Statistik an Bedeutung verlieren.
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Dr. Edgar Wunder, Landesvorstandssprecher, Mehr Demokratie e.V. Baden-Württemberg
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